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Brasiliens Eigentor

Sicherer Gewinner der Fußballweltmeisterschaft ist die FIFA. Ein skrupelloses Machtkartell erwirtschaftet Milliardenumsätze. Wird die WM zum wirtschaftlichen Eigentor für den Gastgeber?
von Raoul Sylvester Kirschbichler

Der noble Zürichberg ist eine der teuersten und vornehmsten Wohnadressen in der Schweiz. Hier steht ein Palast, der alle anderen Villen überstrahlt. Ein gigantischer Neubau, der 145 Millionen Euro verschlungen hat und erst vor wenigen Jahren eingeweiht wurde: Die Zentrale des Weltfußballverbandes FIFA (Fédération Internationale de Football Association), die verschiedene Fußballturniere organisiert, von der Frauen- bis zur Männerfußballweltmeisterschaft.

Im Handelsregister des Kanton Zürich ist die FIFA als Verein eingetragen, der den Völker verbindenden und kulturellen Stellenwert des Fußballs berücksichtigt. So verwundert es nicht, dass die Gewinne „größtenteils“ – so die offizielle Wortwahl – „in Wettbewerbe und Mitgliederverbände der FIFA zurückfließen.“ Doch das ist, wenn überhaupt, nur die halbe Wahrheit.

Die FIFA wird wie ein Weltkonzern geführt, der seine Macht und seinen Einfluss mithilfe seines Geldes immer weiter ausbaut und sich keine Chance entgehen lässt, daraus mehr und mehr Kapital zu schlagen. Schließlich besitzt der Weltfußballverband ein Monopol auf das größte Medienereignis der Welt. Die FIFA diktiert die Preise für TV-Rechte und Sponsoren und sie hat dabei leichtes Spiel, denn die Öffentlich-Rechtlichen sind verpflichtet „live“ zu übertragen und somit gezwungen jeden Preis zu zahlen, den sich die FIFA wünscht.

Kompromisslos wird die Vermarktung jeder Fußballweltmeisterschaft vorangetrieben. Wer sich dabei nicht an die FIFA-Regeln hält, der kommt auf die Anklagebank. Das kann ein Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen genauso treffen wie einen kleinen Straßenhändler. Die FIFA verschont niemanden, sobald die eigenen, vor allem finanziellen Interessen gefährdet sind.

FIFA-Einsatzkommandos durchstreifen die WM-Austragungsorte. Gemeinsam mit Juristen und Polizisten suchen sie nach Produkten, auf denen unerlaubt geschützte Begriffe wie „World Cup 2014“ oder das Bild des WM-Pokals verwendet wurden. Übrigens: Das Original ist 36,8 cm hoch, 6,175 kg schwer und besteht aus 18-karätigem Gold.

Dem südafrikanischen Souvenirverkäufer, der 2010 einen kleinen WM-Schlüsselanhänger im Angebot hatte, drohte der Weltverband mit einer 10.000 Euro Geldstrafe. Denn wer in der Fanmeile Geschäfte abwickeln will, der benötigt eine FIFA-Lizenz oder muss offizieller WM-Sponsor sein. Durch den profanen Schlüsselanhänger, auf dem ein Ball und die Zahl 2010 zu sehen sind, sieht der Verband seine Rechte verletzt. Begründung: „Die Konstellation verweise klar auf die WM 2010 in Südafrika, jenes Turnier, das auf dem Werbemarkt allein für seine exklusiven Partner und Sponsoren reserviert ist. Seit der WM 1982 vergibt die FIFA exklusive Marketingrechte.“

Gezahlt wird für dieses Recht ein Vermögen: Die sechs größten Sponsoren der WM 2010 und 2014 haben die Rekordsummen von 160 bis über 300 Millionen Euro überwiesen. TV-Rechte und Sponsoren bringen dem Weltfußballverband stolze 2,3 Milliarden Euro. Doch eine Fußballweltmeisterschaft übersteigt oftmals sogar die Kapazitäten der großen FIFA-Sponsoren wie Budweiser. Nur dieser Engpass eröffnete „South African Breweries (SAB)“ bei der letzten WM die

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2014-06-26T13:47:57+00:00

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