Was steckt hinter dem Hype um Kryptowährungen?

Kryptowährungen haben in den letzten Monaten wie kaum ein Thema Schlagzeilen gemacht. Besonders Bitcoins rasanter Aufstieg – wie auch der kürzlich erfolgte Fall – sorgte für Aufsehen. Der Preis für eine Münze stand vor einem Jahr noch bei knapp 900 Dollar, schoss dann über die zweite Jahreshälfte auf fast 19.000, nur um im Januar wieder auf 11.000 zu fallen.

Quelle: Coindesk

Ob hinter Bitcoin selbst lediglich eine Blase oder eine echte Alternative zu den staatlichen Papiergeldsystemen steckt, kann derzeit nicht beantwortet werden. Dies ist jedoch auch nur nebensächlich, gibt es doch auch andere elektronische Währungen, die ebenfalls in den letzten Monaten Erfolge verzeichnen konnten. Zu diesen Altcoins (alternative coins) zählen unter anderem Ethereum (+9.162% Kursgewinn im Jahr 2017), Ripple (+36.018%) und Litecoin (+5.046%).

Tatsächlich haben Kryptowährungen, obwohl sie noch eine sehr junge Innovation sind, bereits in manchen Bereichen konventionelle Währungen fast vollständig abgelöst und Geldtransfer-Dienste wie Western Union ersetzt. Die Bereiche, die am stärksten von diesem Wandel erfasst wurden, sind der Online-Handel und dort am stärksten die sogenannten Darknet-Märkte.

Die Blockchain-Technologie, die hinter den Cryptos steckt, sorgt dabei für eine enorme Dezentralisierung und könnte, nicht nur, aber auch im Geldsystem, Staaten enge Grenzen setzen und so für Dezentralisierung sorgen. So hat Bitcoin beispielsweise eine maximale Geldmenge, die langsam aber sicher über die nächsten Jahrzehnte erreicht wird – sobald erreicht, kann sie nicht  mehr erweitert werden. Die Intention der Währung selbst erfolgte auch aus Staatskepsis, wie der Erfinder Satoshi Nakamoto (Pseudonym) erklärt:

Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, dass sie die Währung nicht entwertet, doch die Geschichte des Fiatgeldes ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren, doch sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung. Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, vertrauen, dass sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen. Ihre massiven Zusatzkosten machen Micropayments unmöglich.

Tatsächlich ist eine schleichende Enteignung durch Inflationierung der Währung (Geldmengenerhöhung) – wie derzeit z.B. beim Euro der Fall – bei Kryptowährungen nicht möglich, das Ausmaß einer solchen Erhöhung der Geldmenge wird – falls es zu einer solchen kommt – schon vorab durch die jeweiligen Protokoll-Regeln vorgegeben.

Die größten Vorteile von Kryptowährungen liegen aber im Bereich der Regulierung. Kryptowährungen vereinfachen nämlich das Handeln auf virtuellen Märkten. Diejenigen Staaten, die es als eine ihrer Aufgaben betrachten, dem Markt oder dem Kapitalismus Fesseln anzulegen, werden die wirtschaftliche Aktivität nach und nach in Schattenbereiche verdrängen, in denen unkompliziert, ohne staatliche Regulierung und ohne Steuern gehandelt werden kann. Dieser Effekt wird umso stärker, je computeraffiner die Bevölkerung wird – und in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung ist jedenfalls zu erwarten, dass die Computeraffinität steigt.

Um zusammenzufassen, steht die Technologie noch ganz am Anfang, und trotzdem ist schon abzusehen, dass Kryptowährungen einen erheblichen Beitrag zu einer freieren Wirtschaft liefern werden. Je mehr Menschen sich über Kryptowährungen informieren und diese nutzen, desto weniger kann der Staat eine Geldpolitik oder Wirtschaftspolitik durchsetzen, die den wirtschaftlichen Akteuren schadet. Auf Dauer werden Kryptowährungen einen bedeutenden Beitrag dafür liefern, dass sich auf dem Markt jene durchsetzen, welche die Bedürfnisse der Konsumenten am besten befriedigen – und nicht jene, die politisch am besten vernetzt sind.

Lesen Sie unsere komplette Studie zu Cryptocurrencies hier.

2018-01-29T23:34:30+00:00

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