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Bericht: CRCM – Inflation: Hype oder Horror

Inflation - Hype oder Horror

Center Right Coalition Meeting

Inflation: Hype oder Horror

Martin Friedrich

„Ich versuche die Welt nicht so zu sehen, wie sie sein sollte, sondern wie sie ist.“

Unser Gast beim Center Right Coalition Meeting im März war Martin Friedrich. Er kommt aus der Praxis und ist Fondsmanager bei Landsdowne Partners. Die Inflationsrate spielt für den Fondsmanager eine zentrale Rolle, daher verfolgt er deren Entwicklung in über 60 Ländern.

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Friedrich stellte den Ausblick für die USA dem der Euro Zone gegenüber, die beide eine ähnliche Entwicklung genommen haben. Es gibt zwei Modi die Inflationsrate zu prognostizieren. Umfragebasierte Inflationserwartungen besagen, dass in beiden Zonen die Inflationsraten in den kommenden Monaten stark sinken werden. Bei der zweiten Berechnung stammen die Zahlen aus dem Kapitalmarkt, nämlich der Analyse der Zinsstruktur von Anleihemärkten und der Rendite auf inflationsgeschützte und nominale Anleihen.

Wie kommen die Experten und Märkte zu den Daten?

Die hohen Energiekosten. Vom Preis für ein Barrel Rohöl, kann man nicht auf die Inflationsentwicklung schließen; Rohstoffpreise sind volatil und werden in der Zinssteuerung und Geldpolitik weitgehend ausgeklammert. Gleichbleibende Rohstoffpreise hätten keine Auswirkung auf die Inflation. Der Terminmarkt rechnet damit, dass die Preise um ein Viertel sinken werden. Journalisten verlangen von der EZB Maßnahmen gegen die Inflation. Aber eine Zinserhöhung heute wirkt sich erst in 12 – 18 Monaten aus.

Bericht: CRCM - Inflation: Hype oder HorrorEine Erklärung für die zyklisch überschießende Inflation liegt in deren Zusammensetzung. Unser Warenkorb setzt sich je zur Hälfte aus Waren und Dienstleistungen zusammen. In 2020 erlebten wir mit Corona eine vollkommen neue Volkswirtschaftliche Katastrophe, die eine stillgelegte Wirtschaft, kollabierte Märkte und scharfe Gegenmaßnahmen seitens der Regierungen nach sich zog.

Amerikanische Haushalte erhielten einen Check vom Staat, der das frei verfügbare Einkommen steigen ließ. Gleichzeiten waren die Möglichkeiten das Geld auszugeben, eingeschränkt, daher kauften die Amerikaner hauptsächlich langlebige Konsumgüter. Das führte weltweit zu einem Nachfrageschub, der die Lieferketten belastete und zu einer Preiserhöhung führte. Doch das genügt nicht, um sich zu einem strukturellen Inflationstreiber zu wandeln: wer sich letztes Jahr eine Waschmaschine gekauft hat, wird sich in nächster Zeit keine zweite kaufen. Die Nachfrage wird ein Wellental erreichen und das wird bei der Prognose der Inflationsrate berücksichtigt.

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Der Krieg in der Ukraine beeinflusst als „Zuversichtskiller“ zahlreiche Investitionsentscheidungen. Ein weiterer Einflussfaktor sind die hohen Treibstoffpreise, die eine Konjunkturdelle verursachen können.

Die Ursachen der Inflation

Martin Friedrich fasste Theorien zusammen: die Geldmengenentwicklung, die obwohl die populärste gleichzeitig die schwächste Erklärung ist, die Produktionslücken in einer Volkswirtschaft, den Zusammenhang zwischen Stundenlohn und Produktion, die Arbeitslosenrate und die Demographische Entwicklung.

Die Globalisierung hatte bis Mitte der 2000er einen disinflationären Einfluss: aus China kam viel Angebot, ohne, dass die Nachfrage ähnlich hoch gewesen wäre. Die Leman Pleite stoppte diesen Trend abrupt. Nach der Leman Pleite wurde vom Staat verlangt, mehr Geld in die Hand zu nehmen, was damals noch abgelehnt wurde. Corona änderte diese Einstellung und Helikoptergeld ist plötzlich salonfähig. Diese Fiskalpolitik wirkt sich unmittelbar aus: Helikoptergeld für Haushalte wird sofort ausgegeben.

„Diese Medizin ist zwar sehr potent, wird aber von unqualifizierten Ärzten verabreicht.“

Politiker wollen Wahlen gewinnen. Sie haben keinen Anreiz etwa Infrastrukturausgaben oder Sozialausgaben zu kürzen, nur weil sich dies zwei Jahre später auf die Inflation auswirken könnte.

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Sehen hier die Aufnahme des Vortrages:

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