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Bericht: CRCM – Herausforderungen im Supply Chain Management

Supply Chain Management

 

Center Right Coalition Meeting

Herausforderungen im Supply Chain Management

Sylvia Völker

Beim letzten Center Right Coalition Meeting durften wir Sylvia Völker im Hayek Institut begrüßen. Sie ist mit Leidenschaft Supply Chain Managerin im Lebensmittelbereich: nicht nur als Lehrende an diversen Hochschulen, sondern auch direkt in der Praxis „an der Front“.

Die komplette Wertschöpfungskette

Bericht: CRCM - Herausforderungen im Supply Chain ManagementSowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis gibt es keine einheitliche Definition für Supply Chain Management. Zusammengefasst betrachtet ist Supply Chain Management ein unternehmensübergreifendes Organisationsgebilde, mit dem Ziel Effektivität und Effizienz der Wertschöpfungskette zu verbessern.

Die Supply Chain spiegelt also die Versorgungskette, beginnend beim Rohstoffeinkauf und endend mit Kundenservice. Dazwischen liegen komplexe Bereiche wie Produktion, Qualitätssicherung, Preiskalkulation, Technik und Digitalisierung, Stammdatenmanagement, Umweltschutz.

Um die Komplexität zu illustrieren beschrieb Sylvia Völker die globalen Lieferketten von FMCG Artikeln und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell Lieferketten aus dem Takt geraten. Die Pandemie hat jedoch auch ein neues Bewusstsein für SCM geschaffen und den Digitalisierungsschub beschleunigt.

Lieferengpässe bei Rohstoffen, Containerausfälle, fehlende LKW-Fahrer usw. zwingen Unternehmen Optimierungspotential in der Lieferkette zu suchen. Alte Prozesse gilt es zu überdenken und es braucht eine widerstandsfähige, flexible und resiliente Supply Chain.

Wer braucht Stammdaten?

Bericht: CRCM - Herausforderungen im Supply Chain ManagementDie Pandemie hat den Trend Digitalisierung und Transparenz beschleunigt, betonte Sylvia Völker und die Basis, also das Fundament ist der Bereich des Stammdatenmanagements.

Logistikqualität ist Datenqualität oder auch das Öl der heutigen Zeit.

Die Lebensmittelkennzeichnung wird mit der Lebensmittelinformationsverordnung genau definiert und es muss auch eine 100% ige Chargenrückverfolgung sichergestellt werden.

Die Stammdaten müssen eingegeben aber auch verwaltet werden. Keine beliebte Tätigkeit.

In der Supply Chain denkt man in Prozessen und eine fehlerhafte Datenqualität verursacht Ärger bei den Mitarbeitern und Prozesse werden sehr Zeit- und Kostenintensiv.

Krisen, Corona & Co

War früher das Wetter einer der unberechenbaren Faktoren, mit denen ein Supply Chain Manager im Lebensmittelbereich zu rechnen hatte, sind in den letzten beiden Jahren weitere hinzugekommen.

Die Corona Krise war so eine Herausforderung. „So viel Erfahrung kann man gar nicht haben, dass diese Situation nicht sehr herausfordernd war und ist.“, sagt Sylvia Völker.

Internationale Lieferketten waren durch immer wiederkehrende Lockdowns unterbrochen.

Der fließende Übergang von einer Krise in die nächste machte deutlich, dass vielleicht Supply Chain Strategien überdacht werden müssen. Damit gemeint sind Konzepte wie Dual Sourcing in einem Land oder auch Just in Time Lieferungen.

 

Bericht: CRCM - Herausforderungen im Supply Chain ManagementEin immer drängenderes Thema ist der Klimawandel und die Suche nach geeigneten Gegenmaßnahmen. Die Zeit drängt und die Unternehmen müssen sich die Frage stellen:

  • Wo und wie kann ich CO2 einsparen?

Ein großer Hebel liegt auch in der Supply Chain.

Die österreichische Bundesregierung stellte den Mobilitätsmasterplan 2030 vor und bis dahin sind es nur noch acht Jahre Zeit, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Welcher Antrieb wird in Zukunft vorherrschen – Elektro oder Wasserstoff? Beide Technologien werden getestet, die Vor- und Nachteile für den Einsatz in LWKs noch in Diskussion.  

Der Kunde ist König

Das Kaufverhalten hat sich durch die Pandemie verändert und der Online Handel ist gestiegen. Doch die Anforderungen der Kunden sind dieselben – „schneller, schneller, schneller“.

Erwartet werden termingerechte Lieferungen innerhalb von 24 Stunden und es ist kaum bewusst, welche Abläufe ineinandergreifen müssen, damit zwischen dem Mausklick und dem Packerl an der der Türe nur 24 Stunden vergehen.

Durch den Rohstoffengpass kommt es aber in anderen Branchen zu längeren Lieferzeiten, Baubranche oder bestimmte Technologiebereiche.

Ein vielfältiges Betätigungsfeld – und doch unbeliebt?

Seit vielen Jahren kämpfen die unterschiedlichsten Branchen mit Fachkräftemangel. Wie eingangs gesagt, besteht das Image der Supply Chain Management für viele nur aus Logistik. Die unterschiedlichen Bereiche entlang der Lieferkette sind unbekannt oder abschreckend. Viele Absolventen wünschen sich flexible Jobs mit Aufstiegschancen und Work-Life-Balance. Das ist nicht (immer) mit den Jobs in der Realität vereinbar. Daten müssen pünktlich fließen, Homeoffice ist nicht immer möglich, die Aufgabenbereiche sind für 40 Stunden ausgelegt.

Supply Chain Management ist ein Bereich mit vielseitigen Aufgaben, Herausforderungen und Chancen. Vielleicht gelingt es den Hochschulen, diese den Studenten näherzubringen, bzw. überhaupt erst auf diese aufmerksam zu machen.

Die Meinungen, die hier auf hayek-institut.at veröffentlicht wurden, entsprechen nicht notwendigerweise jenen des Hayek Instituts.

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