AKZENTE: Japan – Griechenland/Deutschland – Österreich: Steuerreform

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Aus organisatorischen Gründen erscheint ‘Börsen ~ Umfeld’ heute und in den nächsten Tagen in verringertem Umfang.

HEUTE – 09:15 

„Ich habe manchen Unternehmer gekannt, der irgendwann einmal ‚weg vom Fenster‘ war und habe ihn dann später an der Tür wiedergetroffen.“ (Willy Meurer)


TAGESTHEMEN


JAPAN – Die Bank of Japan (BoJ) hat bei ihrer jüngsten Sitzung die Leitzinsen unverändert gelassen. Die Zentralbank zeigte sich damit zuversichtlich, dass die derzeit geringe Inflation im Laufe des Jahres Fahrt aufnimmt, auch ohne weitere Stimuli durch die Geldpolitik. Die anstehenden Lohnerhöhungen bei Großkonzernen würden der Notenbank dabei helfen, die Teuerung bis zum Frühjahr 2016 auf das erwünschte Niveau von zwei Prozent zu hieven. In einer Mitteilung nach der BoJ-Sitzung hieß es, die Ratsmitglieder hätten mit 8:1 Stimmen dafür plädiert, die Höhe der jährlichen Aufkäufe von Anleihen unverändert bei 80 Billionen Yen zu lassen, umgerechnet 625 Milliarden Euro. Die BoJ war im Oktober eine der ersten großen Notenbanken, die mit zusätzlichen Maßnahmen etwas für eine höhere Inflation tun wollte. Dabei hatte die Notenbank auch weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen, sollten diese erforderlich werden. Von den angestrebten 2 Prozent ist das Land noch weit entfernt, denn im Januar waren die Verbraucherpreise wegen der gefallenen Ölnotierungen nur um 0,2 Prozent gestiegen. Die BoJ sprach nun davon, dass die Teuerung der Kern-Verbraucherpreise wahrscheinlich für einige Zeit bei Null liegen werde. Bislang waren die Geldpolitiker davon ausgegangen, dass die Teuerungsrate sinken werde.

GRIECHENLAND/DEUTSCHLAND – Angespanntes Verhältnis Berlin-Athen. Schäuble und Varoufakis im Clinch. Tsirpas kommt nächsten Montag nach Berlin. *** Schäuble warf der griechischen Regierung vor, das Vertrauen seiner europäischen Partner komplett zerstört zu haben. Bis November sei Athen auf einem Weg gewesen, der aus der Krise hätte führen können. Das sei vorbei. „Sie haben alles Vertrauen zerstört. Das ist ein schwerer Rückschlag“, sagte Schäuble in Berlin. Er kenne niemanden in den internationalen Institutionen, der ihm sagen könne, was Athen eigentlich vorhabe. Schäuble warf der Syriza-Regierung auch vor, die Bürger in Griechenland zu belügen. *** In den vergangenen Tagen hatten Mitglieder der Tsipras-Regierung den Ton vor allem gegenüber Schäuble verschärft. Zudem wurden Forderungen nach deutschen Reparationszahlungen an Griechenland wieder lauter. *** In Diplomatenkreisen in Athen hieß es, der Besuch Tsipras‘ ziele auf eine Beruhigung der Lage ab. Es sei eine unangenehme, „wenn nicht ganz schlimme“ Atmosphäre in den Beziehungen zwischen beiden Staaten entstanden. Mitarbeiter von Tsipras hatten vor der Ankündigung seiner Berlin-Reise mitgeteilt, der Regierungschef werde in den nächsten Tagen die Lösung der Finanzkrise selbst in die Hand nehmen. Die Kassen in Athen sind fast leer. Auch der kleinste Fehler könnte nach Einschätzung von Experten zu einer Pleite Griechenlands führen.  Um eine drohende Staatspleite abzuwenden, will Tsipras bereits beim EU-Gipfel Ende der Woche in Brüssel ausführlich über die Lage seines Landes sprechen und auch mit Kanzlerin Merkel zusammenkommen. *** Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte Athen davor, den Schuldenstreit auf ein Problem mit Deutschland zu reduzieren. Bei einem Gespräch mit dem stellvertretenden griechischen Außenminister Níkos Chountís habe er klar gemacht, dass der Versuch der „Bilateralisierung“ nicht aus den Schwierigkeiten herausführe, sagte der SPD-Politiker in Brüssel. *** Trotz fast leerer Kassen weist die Regierung in Athen Spekulationen über eine baldige Zahlungsunfähigkeit vehement zurück. Kurz vor dem EU-Gipfel, bei dem Premier Alexis Tsipras seine Kollegen über die Lage in seinem Land informieren will, warnte EU-Ratspräsident Donald Tusk, ein unbeabsichtigtes Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone wäre eine „Katastrophe“.
=> ROUNDUP/Schäuble rechnet mit Tsipras-Regierung ab: ‚Alles Vertrauen zerstört‘
=> GESAMT-ROUNDUP: Tsipras kommt nach Berlin – Schäuble rechnet mit Athen ab – Finanzieller Engpass in Griechenland
=> Steinmeier warnt Athen vor Fokussierung auf Deutschland

GRIECHENLAND/DEUTSCHLAND II – Für erheblichen Wirbel sorgte der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis in der ARD-Sendung „Günther Jauch“. In einem Youtube-Video aus dem Jahr 2013 von einem Auftritt des damaligen Wirtschaftsprofessors bei einer Konferenz in Zagreb ist zu sehen, wie Varoufakis über die Eurokrise referiert und dabei den Mittelfinger in Richtung Deutschland ausstreckt. Die Äußerungen in dem Video bezogen sich allerdings auf die Vergangenheit.   Auf Englisch sagte Varoufakis – damals noch nicht Minister – in dem Video, Griechenland hätte schon im Januar 2010 nach dem Vorbild Argentiniens seine Zahlungsunfähigkeit erklären, „Deutschland den Finger zeigen und sagen sollen: „Jetzt könnt ihr dieses Problem alleine lösen““. Im Video ist Varoufakis mit einem ausgestreckten Mittelfinger zu sehen.   Nach Angaben der Redaktion ist das Video echt, es gebe keine Anzeichen von Manipulation. Varoufakis sprach dagegen von einer Montage. Der Minister, der aus Athen zugeschaltet war, reagierte empört auf Jauchs Vorhalt: Das Video sei eine Fälschung, der ausgestreckte Mittelfinger hineinmontiert, sagte Varoufakis
=> GESAMT-ROUNDUP: Athen bestreitet Liquiditätsprobleme – Wirbel um Stinkefinger – Tsirpas: Keine Rückkehr zu Austerität
=> Tsipras will ab Donnerstag auf EU-Gipfel Lage seines Landes erklären

AKTUELLES: [HANDELSBLATT Schlagzeilen-Ticker] [DF – aktuelle Nachrichten] [ORF – aktuelle Nachrichten


AKTIEN


DEUTSCHLAND: – VERSCHNAUFEN – Der Dax dürfte am Dienstag nach seinem Vortagessprung über die Marke von 12 000 Punkten zunächst Luft holen. Der Broker IG taxierte den Dax am Morgen 0,14 Prozent tiefer auf 12 151 Punkte. Die Versuchung für die Anleger sei hoch, Gewinne mitzunehmen, erklärte IG-Marktstratege Stan Shamu. Das müsse allerdings nicht bedeuten, dass der von der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank getriebene Aufwärtstrend vorbei sei. Investoren könnten geradezu auf kleinere Rückschläge warten, um Aktien zu kaufen.
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=> Aktien Frankfurt Ausblick: Verschaufpause nach Dax-Sprung über 12 000 Punkte

EUROPA: – AUSBLICK: Der DAX wird am Dienstag zunächst mit einem kaum veränderten Start erwartet. „Der schwache Euro ist momentan der Treiber für den Aktienmarkt“, so ein Händler. Die Schwäche im Währungspaar Euro/Dollar habe bei 1,05 Dollar zunächst einen Boden ausgelotet. Im Vorfeld des Ergebnisses der Sitzung der Fed am Mittwoch lege der Euro nun leicht zu. Die große Frage ist, ob die US-Notenbank weiterhin „geduldig“ mit der Möglichkeit einer ersten Zinserhöhung umgehen will. „Es besteht eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass Yellen nach den zuletzt nicht überzeugenden US-Daten den Beginn des Zinserhöhungszyklus noch nicht ankündigt“, so der Händler weiter. Sollte dieses Szenario eintreffen, würde der Dollar zunächst mit Schwäche reagieren. Damit würde eine Triebfeder für den deutschen Aktienmarkt, der schwache Euro, zumindest kurzfristig ausfallen. Das Ergebnis der Fed-Sitzung wird nach dem europäischen Handelsschluss am Mittwoch bekannt gegeben. *** RÜCKBLICK: Die Anleihekäufe der EZB trieben die Börsen immer weiter nach oben. Der Euro-Stoxx-50 rückte auf den höchsten Stand seit fast sieben Jahren vor. Nur die Börse in Athen meldete Kursverluste. Das Land hat eine weitere Kredittranche an den IWF zurückgezahlt. Dennoch wird die finanzielle Lage des Landes immer prekärer. Am Freitag muss Griechenland eine weitere Zahlung leisten sowie 1,6 Milliarden Euro an fällig werdenden Schatzanweisungen refinanzieren. Unterstützung erhielten die Aktienmärkte auch aus den USA. Dort fielen die Konjunkturdaten schwach aus, daher setzten Anleger auf die Hoffnung, die erste Zinserhöhung durch die Fed werde verschoben. Der Euro wertete nach den US-Konjunkturdaten zum US-Dollar und auch zum Yen auf. Gesucht waren erneut die Automobilwerte, der Sektor gewann 2,2 Prozent. Automobilhersteller als Exporteure gehören zu den großen Profiteuren der Euroschwäche. Im Ölsektor überwogen dagegen mit BP, Eni, Repsol und Total die Kursverlierer. Der Ölpreis brach um 3,3 Prozent auf ein neues Tief ein. Die Fusion der Zementhersteller Lafarge und Holcim wackelt. Lafarge fielen um 6,3 und Holcim um 1,3 Prozent.

USA: – GEWINNE – Wiederentfachte Hoffnungen auf eine länger währende US-Niedrigzinsphase sowie der schwächere Dollar haben der Wall Street zum Wochenauftakt deutliche Gewinne beschert. Der Dow Jones Industrial schloss am Montag mit einem Plus von 1,29 Prozent bei 17 977,42 Punkten. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 1,35 Prozent auf 2081,19 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex NASDAQ 100 ging es um 1,29 Prozent auf 4370,47 Zähler nach oben.

ASIEN: – DURCHWEG IM PLUS – An den asiatischen Börsen ging es am Dienstag durch die Bank aufwärts. Der Nikkei-225-Index in Tokio stieg um 1 Prozent. Die japanische Zentralbank hält an ihrem lockeren geldpolitischen Kurs unverändert fest. Der CSI 300 mit den 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland setzte seinen Aufwärtstrend fort, nachdem die Regierung am Wochenende Konjunkturhilfen in Aussicht gestellt hatte.
=> MÄRKTE ASIEN/Börsen laufen heiß

DAX                    12.167,72	2,24%
XDAX                   12.163,31	1,86%
EuroSTOXX 50		3.706,75	1,38%
Stoxx50        		3.442,50	0,91%

DJIA                   17.977,42	1,29%
S&P 500        		2.081,19	1,35%
NASDAQ 100  		4.370,47	1,29%

Nikkei 225             19.437,00        0,99%

ANLEIHEN / DEVISEN / ROHÖL /METALLE


RENTEN: – BEHAUPTET – Insgesamt dürfte der Bund Future heute gut behauptet in den Handelstag starten, schrieb Dirk Gojny von der Essener National-Bank am Dienstagmorgen. Danach sollte er sich zwischen 157,20 und 158,30 bewegen. Die Experten der Helaba erwarten den Bund-Future in der Spanne von 157,20 bis 158,50.
=> EUREX/Renten-Futures stabil nach drei verlustreichen Tagen
=> Deutsche Anleihen: Gut behauptet

Bund-Future   		157,72	       -0,13%
T-Note-Future 		127,48		0,09%
T-Bond-Future		160,94		0,23%

ANLEIHEN ÖSTERREICH: : im Bann (?) von HETA-Zahlungsausfall, HAA-Haftungsdebatte, OeVAG, Staatsschulden-Neuberechnung, Steuerreformdebatte, AKTUELLE RATINGS: Fitch  (ORF,  13.2.2015): AA+;  S&P  (ORF, 26.2.2015) : AA+ stabil A-1+, MOODY’S setzt Bewertung aus (ORF, 27. Februar 2015), zuletzt: Aaa stabil P-1

10-jährige Referenzanleihe der Republik Österreich aktuell – [interaktiver LINIENCHART, Zeitrahmen wählen]
10-jährige Referenzanleihe der Republik Österreich aktuell – [Interaktiver KERZENCHART, Zeitrahmen wählen]
[Bundesanleihen-Österreich] [Kapitalmarktgesetz (RIS)]  
Österreichischer Zinssatz je Laufzeit aktuell – Österreichische „Zinskurve“ [Schaubild und Tabelle]
[OeKB-Zinsstrukturkurve Bundesanleihen] [OeKB-SMR bis 31. März 2015] [Anleihenindizes] [OeKB-Bundesanleihen-Statistik] [OeKB-Bundesanleihen-Auktionskalender]   –  [OeKB-Emissionskalender] Österreich-Rating-OeKB  Österreich-Rating im weltweiten Vergleich – Trading Economics
Fiskalindikatoren laut Maastricht inkl. Finanzschuld des Bundes – Aktuelle Entwicklung (OeNB)
Erste Ergebnisse zu österreichischen Staatshaftungen, notleidenden Darlehen, Verbindlichkeiten und Aktiva öffentlicher Unternehmen gemäß EU-Six-Pack-Haushaltsrichtlinie (Statistik Austria, 2. Februar 2015)
Staatsanleihen weltweitSpreads zu Bund und T-Note
Staatsanleihen weltweit – Vergleich untereinander
Makroökonomie Österreich
OeKB-Pensionskassen-Perfomances für unterschiedliche Veranlagungstypen

DEVISEN: – WENIG VERÄNDERT – Der Eurokurs hat sich bis zum Dienstagmorgen kaum verändert. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung exakt auf der Höhe des Referenzkurses der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Vortag, der bei 1,0557 Dollar lag. Zu Wochenbeginn war der Euro von unter 1,05 Dollar bis auf über 1,06 Dollar geschwankt.
=> WDH/Devisen: Euro steigt vor Fed-Sitzung

(Alle Kurse 7:15 Uhr)
Euro/USD       		  1,0557	-0,06%
USD/Yen             	121,38		 0,04%
Euro/Yen       		128,15		-0,02%

ROHÖL – UNEINHEITLICH – Die Ölpreise haben sich am Dienstag zunächst uneinheitlich entwickelt. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate bewegte sich weiter in der Nähe eines Sechsjahrestiefs. Am Morgen kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 54,06 US-Dollar und damit 12 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein WTI-Fass zur Lieferung im April fiel um 16 Cent auf 43,71 Dollar.
=> Ölpreise uneinheitlich

Sorte/Handelsplatz  aktuell  Vortag (Settlmt)  Bewe