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Studenten des dänischen DIS Auslandprogrammes in Wien

DIS Auslandprogramm

Victoria Schmid

Studenten des DIS Auslandsprogrammes diskutieren die Österreichische Schule

Studenten, die am dänischen DIS-Auslandsprogramm teilnehmen, besuchten am 19. Oktober den Hayek Saal, den Sitz des Austrian Economics Center und des Hayek-Instituts, um einen Vortrag über die Österreichsiche Schule zu hören. Senior Researcher Martin Gundinger und Researcher Simon Sarevski begrüßten die Gruppe und erläuterten den Auftrag des Instituts: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie – sowohl im Diskurs als auch in der Praxis – nach Europa und an ihren Ursprungsort, nach Österreich, zurückzubringen.

Ein Überblick über die Österreichische Schule

Martin Gundinger begann mit einem Überblick über die Geschichte der Österreichischen Schule und erklärte, wie alles mit Carl Mengers Hauptwerk, den “Grundsätzen der Volkswirtschaftslehre”, begann. Es folgten die wichtigsten Beiträge der beiden großen Namen des 20. Jahrhunderts, Ludwig von Mises und Friedrich A. von Hayek. Das Bild vervollständigte sich, als Martin Gundinger erklärte, was genau es bedeutet, wie ein Austrian zu denken und inwiefern diese Theorie sich von der neoklassischen unterscheidet. Kurz gesagt, der methodologische Individualismus unterscheidet den österreichischen vom neoklassischen Ansatz, weil er das Individuum in den Mittelpunkt seiner Untersuchung stellt und nicht die Untersuchung von Gesamtwerten. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen der Mensch und sein Handeln, wobei die nicht perfekte Welt, in der wir leben, akzeptiert wird und nicht ein idealisiertes Modell der Welt.

Die Österreichische Schule berücksichtigt die Fehler der Menschen beim Handeln und ihr unvollständiges Wissen vor dem Handeln. Der Mensch ist nicht völlig rational, wie es in vielen Modellen angenommen wird. Deshalb führen solche Modelle zu einem unvollständigen Bild der Welt und zu falschen Schlussfolgerungen. Darüber hinaus hätte die Bedeutung des rein subjektiven Charakters des Preises und seine Wichtigkeit für das Verständnis, wie wir Güter bewerten, nicht stärker betont werden können.

Diskussion über die Ursachen der Inflation

Um die Studenten nicht nur mit Theorie zu langweilen, verbanden Martin Gundinger und Simon Sarevski den Vortrag mit einer Debatte mit den Studenden, in der sie über die Probleme sprachen, mit denen wir heute konfrontiert sind; sie gingen der Frage nach, wie wir vermeiden können, die Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen und überlegten unsere Zukunftsaussichten.

Da die Inflation das aktuelle Kernproblem ist, ist es leicht, auf externe Schocks hinzuweisen, wie z. B. die Unterbrechung der Versorgungsketten durch die Pandemie und die Energiekrise, die sich als Folge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine entwickelte. Und obwohl diese beiden Faktoren eine wichtige Rolle spielen, wäre die Inflation nicht annähernd so hoch, wenn die Zentralbanken in aller Welt die Geldmenge nicht so stark erhöht hätten. Hinzu kommt, dass die Regierungen rund um den Globus ihre Mehrausgaben fortsetzten, was die Inflationsrate weiter ansteigen ließ. Im Grunde genommen wäre die Inflationsrate ohne staatliche Eingriffe nicht so hoch wie sie ist.

Marktwirtschaftliche Lösungen für Wirtschaftswachstum

Im zweiten Teil wurde die Diskussion über die Bedeutung des Wirtschaftswachstums fortgesetzt. In den letzten Jahren vergaß die Politik, das Wirtschaftswachstum in den Vordergrund zu stellen, und das schleppende Wachstum nach der großen Rezession ist ein Zeichen dafür. Es gibt viele Ursachen, aber an erster Stelle stehen staatliche Eingriffe und die Überregulierung der Wirtschaft. Die ohnehin schon hohen Steuern sind nicht das einzige Problem, mit dem die Unternehmen konfrontiert sind. Der Verwaltungsapparat hat dramatisch zugenommen und macht es den Unternehmen immer schwerer, zu arbeiten. Die Umweltpolitik ist ein gutes Beispiel dafür. Politiker schrecken nicht nur vor marktwirtschaftlichen Lösungen für die drohende Krise zurück, sondern weigern sich auch, über die Bedeutung des Einzelnen nachzudenken. Ihrer Meinung nach können Lösungen nur von oben nach unten gefunden werden, was im Wesentlichen bedeutet, dass nur der Staat weiß, wie es geht. Und wenn Ihr Ansatz nicht mit dem Plan übereinstimmt, dann ist die Verordnung da, um Sie daran zu hindern, überhaupt nach Lösungen zu suchen.

Anhand der Finanzkrise von 2007-8 diskutierten die Teilnehmer die Fehlallokation von Ressourcen, die Torheit zentraler Planung und die Rolle, die (natürliche) Zinspreise in der Wirtschaft spielen. Es stimmt, dass Credit Default Swaps, ein relativ neues Finanzinstrument, eine große Rolle spielten. Aber im Gegensatz zum ungelösten Kausalitätsdilemma von Huhn oder Ei, kam das billige Geld vor den CDS.

Die Diskussion war lebhaft und befaßte sich mit den Ursachen früherer (und aktueller) Rezessionen bis hin zu geeigneten Lösungen auf Makroebene und auch auf individueller Ebene; wie man sich vor zukünftigen Crashs, Marktvolatilität und Inflation schützen kann; was richtiges Geld ist, ob Kryptowährungen die Zukunft sind und mehr. Die Studenten forderten Martin und Simon in der Diskussion heraus, die sich mehr auf die Praxis als auf die Theorie konzentrierte.

Die Meinungen, die hier auf hayek-institut.at veröffentlicht wurden, entsprechen nicht notwendigerweise jenen des Hayek Instituts.

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