von Kai Weiß

In einer neuen Studie des Austrian Economics Center analysiert unser Vorstandsmitglied Kai Weiß die Wirtschaftsphilosophie von Edmund Burke, der oft als Vater des Konservatismus angesehen wird. Wie sich in der Arbeit herausstellt, war Burke ein überzeugter Verteidiger freier Märkte. Es ist sein Argument, welches Konservative auch heute wieder verfolgen sollten, statt in Protektionismus zu verfallen. Lesen Sie die Studie hier oder die Zusammenfassung wie folgt:

Edmund Burke gilt als der Vater des Konservatismus. Dennoch wurde den wirtschaftlichen Ansichten des anglo-irischen Denkers und Staatsmannes des 18. Jahrhunderts bislang wenig Beachtung geschenkt. Ein Blick auf seine Ansichten über den Handel und die Rolle der Regierung in der Wirtschaft ist aufschlussreich für die heutigen Diskussionen darüber, was Konservative über diese Themen denken sollten – Diskussionen, die durch den Aufstieg von Donald Trump mit einer protektionistischen Wirtschaftsagenda aufgekommen sind. Ein Blick auf Burkes Werke und seine Karriere im Britischen Unterhaus zeigt, dass er wenig solch protektionistischen und interventionistischen Ideen gehalten hätte, die sowohl in der US-amerikanischen Republikanischen Partei als auch in der konservativen Bewegung immer stärker verbreitet sind. Burke, ein guter Freund von Adam Smith, versuchte über mehrere Jahrzehnte hinweg, den freien Handel zu fördern und sah nur minimalen Raum für die Regierung, aktiv zu werden. Doch trat er nicht für freie Märkte aus utilitaristischen Gründen ein. Vielmehr basierte seine Verteidigung der wirtschaftlichen Freiheit auf einem Ansatz der natürlichen Rechte – das heißt, dass jeder Mensch ein natürliches, Gott gegebenes Recht auf Eigentum und freien Handel hat – verbunden mit einer Vorläufer-Version der Idee einer spontanen Ordnung. Die Gesellschaftsordnung würde von unten nach oben entstehen, unabhängig von der Regierung. Der Markt mit seinen Institutionen und Mechanismen würde einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung dieser funktionierenden Ordnung leisten, die tugendhafte Bürger ermöglichen würde. Während eine zu aktive Regierung Konflikte und Polarisierung fördert, ermöglicht der freie Markt Frieden zwischen den Menschen. Dieses burkeanische Argument für wirtschaftliche Freiheit, das über den reinen Materialismus hinausgeht, ist ein Argument, das viele Konservative heute wieder im Bewusstsein haben müssen.

Kai Weiß ist ein Vorstandsmitglied des Friedrich A. v. Hayek Institut und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Austrian Economics Center.

Lesen Sie die Studie auf Englisch hier: Austrian Economics Center