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Geld “aus dem Nichts” schaffen

Geld "aus dem Nichts" schaffen

Das Coronavirus hat unser aller Leben in den letzten Monaten dominiert. Radikale Wege wurden von der Politik in Form von Lockdowns eingeschlagen, um die Pandemie einzudämmen. Doch sollten wir erkennen, dass auch wenn das Coronavirus eine Herausforderung für uns darstellen mag, man immer einen ganzheitlichen Blick auf das Weltgeschehen bewahren muss. So wie es in dieser Krise epidemiologische Faktoren gibt, die zu beachten sind, so gibt es auch wirtschaftliche, soziale, kulturelle, politische und andere gesundheitlichen Faktoren. Gerade auf diese anderen Faktoren, die so oft in der panischen Berichterstattung, in dem ständigen, manischen Verfolgen der aktuellen Infektionszahlen, vergessen werden, wollen wir in den kommenden Wochen in unserer Serie “Die Kosten der Coronavirus-Lockdowns” einen Blick werfen.

Die Geldpolitik ist neben der Fiskalpolitik das zweite primäre Instrument der Regierungen, um die Konjunktur zu beeinflussen. Im Krisenfall wird eine Volkswirtschaft entweder über den Staatshaushalt – der von den Steuerzahlern aufgebracht wird – oder stillschweigend durch eine Geldmengenausweitung stimuliert. Indem die Zentralbanken entweder die Zinsen senken, staatlich besicherte Wertpapiere ausgeben oder sogar Unternehmensanleihen aufkaufen, erhöhen sie die Geldmenge in der Wirtschaft. Seit Beginn der Krise hat die US-Notenbank all diese Maßnahmen durchgeführt.

Eine der beliebtesten Messgrößen für die Geldmenge, die von Ökonomen verwendet wird, ist M1. Sie besteht aus den höchst liquiden Vermögenswerten. Mit anderen Worten, die am leichtesten austauschbaren Vermögenswerte werden als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen verwendet. Wie die Daten von Trading Economics zeigen, hat die Fed im Jahr 2020 39 % aller “Dollars” in der Wirtschaft geschaffen. Um es auf den Punkt zu bringen, hat die Fed im Jahr 2020 mehr Geld geschaffen als in den fast hundert Jahren ihres Bestehens.

Die Effektivität der Geldpolitik hat ihre Grenzen. So gut es auf den ersten Blick erscheinen mag, Geld “aus dem Nichts” zu schaffen, bringt keinen Wohlstand. Zwar hat die Inflation noch nicht begonnen. Aber wenn wir nur die Vermögenspreise betrachten, können wir sehen, dass die niedrige Inflationsrate durch die Inflation der Vermögenspreise überdeckt wird. Trotz des starken Rückgangs des Bruttoinlandsprodukts und einer Arbeitslosenquote, die mehr als doppelt so hoch ist wie vor Beginn der Krise, liegt der S&P 500 mehr als 10 % höher als am Tag des Ausbruchs der Pandemie. Das zeigt auch, wer von der wirtschaftlichen Reaktion auf die COVID-19-Krise profitiert: diejenigen mit Vermögen, also diejenigen, die ohnehin schon wohlhabend sind. Verlierer sind die Mittel- und Unterschichten, die entweder ihre Betriebe schließen müssen oder in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit stecken. So verstärken die Gleichheitskämpfer der politischen Elite im Kampf gegen das Coronavirus die wirtschaftliche Ungleichheit weiter.

 

 

Weitere Einträge in der Kosten der Coronavirus-Lockdowns-Serie:

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