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Geringverdiener zahlen den höheren Preis für Lockdowns

Geringverdiener zahlen den höheren Preis für Lockdowns

Das Coronavirus hat unser aller Leben in den letzten Monaten dominiert. Radikale Wege wurden von der Politik in Form von Lockdowns eingeschlagen, um die Pandemie einzudämmen. Doch sollten wir erkennen, dass auch wenn das Coronavirus eine Herausforderung für uns darstellen mag, man immer einen ganzheitlichen Blick auf das Weltgeschehen bewahren muss. So wie es in dieser Krise epidemiologische Faktoren gibt, die zu beachten sind, so gibt es auch wirtschaftliche, soziale, kulturelle, politische und andere gesundheitlichen Faktoren. Gerade auf diese anderen Faktoren, die so oft in der panischen Berichterstattung, in dem ständigen, manischen Verfolgen der aktuellen Infektionszahlen, vergessen werden, wollen wir in den kommenden Wochen in unserer Serie “Die Kosten der Coronavirus-Lockdowns” einen Blick werfen.

In Anlehnung an den Murmeltiertag nähern wir uns dem ersten Jahrestag von “zwei Wochen, um die Kurve abzuflachen”. In all dieser Zeit drehten sich die meisten Maßnahmen, die von Regierungen auf der ganzen Welt ergriffen wurden, um Lockdowns und verschiedene Einschränkungen. Es überrascht nicht, dass die einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen von diesen Maßnahmen stärker betroffen sind.

In den USA zum Beispiel berichtete das Pew Research Center in einer Studie vom August 2020, dass seit dem Ausbruch des Coronavirus jede vierte Person Probleme hatte, ihre Rechnungen zu bezahlen (46 % in der Gruppe mit dem niedrigsten Einkommen; 19 % in der Gruppe mit dem mittleren Einkommen). Um über die Runden zu kommen, hat jeder Dritte seine Ersparnisse oder Rentenkonten angezapft (44 % in der unteren Einkommensgruppe; 33 % in der mittleren Einkommensgruppe), und fast jeder Sechste hat sich Geld von Freunden und Verwandten geliehen (35 % in der unteren Einkommensgruppe; 11 % in der mittleren Einkommensgruppe). Wenn es darum geht, die Miete zu bezahlen, befanden sich 32% der Gruppe mit niedrigerem Einkommen in Schwierigkeiten, verglichen mit 11% in der Gruppe mit mittlerem Einkommen.

Erwachsene mit niedrigerem Einkommen waren auch stärker betroffen als ihre Kollegen mit mittlerem Einkommen, wenn es um die Arbeitssuche und Lohnkürzungen ging. Von denjenigen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, sind 56 % der Gruppe mit niedrigerem Einkommen immer noch arbeitslos, während es bei denjenigen mit zuvor mittlerem Einkommen “nur” 35 % sind.

Sicherlich gab es diese finanziellen Probleme bis zu einem gewissen Grad schon lange vor der Pandemie. Es scheint, als hätte die Pandemie nur Öl ins Feuer gegossen. Immer wieder hat sich gezeigt, dass die Pandemie Auswirkungen auf alle Menschen hat, nicht nur auf diejenigen, die mit dem Virus in Berührung gekommen sind. Immer wieder haben sich auch Lockdowns und Einschränkungen als etwas erwiesen, das die ohnehin schon Armen überproportional trifft, während die Wohlhabenderen weniger betroffen sind – oder sogar von diesem wirtschaftlichen Stillstand profitieren können.

 

Weitere Einträge in der Kosten der Coronavirus-Lockdowns-Serie:

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