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Österreich im Steuerwettbewerb weiter Mittelmaß

Österreich im Steuerwettbewerb weiter Mittelmaß

Mitte Oktober veröffentlichten unsere amerikanischen Freunde von der Tax Foundation ihren International Tax Competitiveness Index (Internationalen Steuerwettbewerbsfähigkeitsindex) für das Jahr 2020. Diese Studie vergleicht in einer objektiven Art und Weise die Steuerpolitik aller OECD-Länder – einschließlich von unternehmens- und personenbezogenen Steuern sowie Verbrauchs- und Vermögensteuern und der steuerlichen Behandlung von weltweit erzielten Gewinnen. Das Ranking eines Landes im Index wird von zwei Faktoren bestimmt: Seine Neutralität oder das Ausmaß, in dem das Steuersystem wirtschaftliche Verzerrungen minimiert und seine Wettbewerbsfähigkeit, die durch den Vergleich der Grenzsteuersätze zwischen den einzelnen Ländern bestimmt wird.

Ein gutes Steuersystem ist besonders aufgrund dieses Wettbewerbs zwischen Ländern extrem wichtig. Weist ein Land kein gutes Ranking auf, ist das Geschäftsklima in dem Land schlecht. Ein gutes Steuersystem setzt derweil Anreize, dass Unternehmen und Individuen im Land ansässig sein wollen. Dem Index zufolge liegt das österreichische Steuersystem erneut im Mittelmaß mit dem zwölften Platz der 36 OECD-Länder. Auch in den letzten beiden Jahren belegte Österreich diese Position. Auf den ersten Blick scheint dieses Ranking, welches das Land insgesamt im oberen Drittel führt, für Österreich gar nicht so schlecht auszufallen.

Und tatsächlich kann Österreich in einigen Bereichen im Vergleich zu anderen Ländern punkten. Die Steuerabkommen mit insgesamt 89 Ländern vereinfachen Abwicklungen in internationalen Geschäften. Das Umsatzsteuersystem wird breit angewendet und ist weniger komplex als in vielen anderen Regionen. Und es gibt keine Erbschafts- und Vermögensteuern.

Ein genauerer Blick zeigt jedoch auch einige eklatante Probleme des österreichischen Steuersystems auf. So liegt zum Beispiel die Unternehmensteuer mit 25 Prozent klar über dem OECD-Durchschnitt von 23,3 Prozent. Unternehmen sind in ihrer Fähigkeit, Investitionen, insbesondere Gebäude, abzuschreiben, eingeschränkt. Und die Arbeitskosten sind ebenso exorbitant hoch dank hoher Abgaben. Mit der Digitalwerbesteuer hat man sich zu Beginn des Jahres auch keine Freunde gemacht.

Es gäbe also viele Bereiche, in denen die Regierung nachlegen könnte – wir haben sie in den letzten Jahren präsentiert und die eigentlichen Steuerrreformpläne von Türkis-Grün gehen auch in die richtige Richtung. Die Arbeit muss nun aber angegangen werden. Sicher könnte es um das Steuersystem Österreichs schlimmer stehen, wie der Index zeigt. Doch darf man sich mit Mittelmaß nicht zufriedengeben. Verbesserungen könnten dazu führen, dass Österreich ein deutlicher beliebterer Wirtschaftsstandort und ein besserer Ort zum Leben wird.

Die Meinungen, die hier auf hayek-institut.at veröffentlicht wurden, entsprechen nicht notwendigerweise jenen des Hayek Instituts.

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