Hardy Bouillon erklärte bei einem Vortrag in Wien die These vom gerechten Glück.

Mit der „These vom gerechten Glück“ beschäftigt sich Hardy Bouillon, Außerplanmäßiger Professor an der Universität Trier, im Rahmen eines Projektes seit nunmehr zwei Jahren. Über diese Arbeit, ausgehend von den vorhandenen verschiedenen Theorien vom „gerechten Glück“, berichtete Bouillon jüngst bei einem vom Hayek-Institut organisierten Vortrag in Wien vor einer interessierten Zuhörerschaft.

„Viele Autoren wie Joseph Stiglitz, Thomas Piketty oder Kate Pickett haben sich schon dieses Themas angenommen“, erläuterte Hayek-Präsidentin Barbara Kolm bei der Begrüßung von Hardy Bouillon.

 Was ist das gerechte Glück?

Zunächst definiert Bouillon die Begriffe Glück und Gerechtigkeit. Glück ist das Vorteilhafte, das dem Menschen ohne eigene Leistung in den Schoß fällt: vom Sonnenschein bis zur Erbschaft. Ob die Sonne scheint oder nicht, ist keine Frage von Gerechtigkeit. Diese kommt erst ins Spiel, wenn Menschen die Verursacher des Glücks sind.

Demnach fällt seine Antwort auf die Frage „Was ist das gerechte Glück“ folgendermaßen aus: „Alles natürliche wie spontane Glück, das weder ungerecht erzeugt, manipuliert oder genutzt ist, ist letzten Endes gerecht“. Sofern bei Absicht, Handlung und Folge keine Ungerechtigkeit aufgetreten ist, kann man von gerechtem Glück sprechen.

Die Rechtfertigung der Umverteilung – oder doch nicht?

Die Autoren der Theorie des gerechten Glücks behaupten, dass „materielle Ressourcen, die ein Individuum hat, aber nicht zur weiteren Steigerung des eigenen Glücks nutzen kann, nicht nur aus Gründen sozialer Gerechtigkeit umverteilt werden sollten, sondern auch aus Gründen der formalen Gerechtigkeit umverteilt werden dürfen, weil sie das Glück des Nehmers mehren, ohne das Glück des Gebers zu schmälern“.

Es gibt ein Element in der Ökonomie, das EASTERLIN-PARADOX (von Richard Easterlin) – Studien haben folgendes gezeigt: Mit wachsendem Einkommen schrumpft der zusätzliche Glücksgewinn. Bis zu einem bestimmten Einkommen steigt das Glück exponentiell nach oben, aber irgendwann flaut es ab.

Nun liegt es nahe, hier eine Analogie zu sehen: materielle Güter und Geld sind einander doch sehr ähnlich. Dem hält Bouillon entgegen: „Es gibt keinen abnehmenden Grenznutzen des Geldes, des Einkommens, der eine Umverteilung zum Zwecke der Glücksförderung rechtfertigen würde.“ Bedürfnisbefriedigung durch materielle Güter ist stets temporär, allerdings gilt das nicht für Geld. Es verliert seinen Nutzen nicht.

Bouillons Erläuterungen im Vortrag über Glück, Personen als Urheber des Glücks sowie die spontane Urheberschaft, die Probleme mit Nachweisstrategien ungerechten Glücks sowie zum Zusammenhang von Glück und materiellen Gütern lassen sich hier (Link zum pdf Vortrag im Wortlaut) in leicht geraffter Form direkt nachlesen.

 

Hier finden Sie den gesamten Vortrag auf Video: