Für ein starkes, vereintes und subsidiäres Europa

Hayek-Tage in Wien: Karl Habsburg sprach über die Rolle Europas in der gerade neu entstehenden Weltordnung.

Auf die Spuren von Friedrich August von Hayek begab sich die gleichnamige Gesellschaft e. V. mit Sitz in Berlin jüngst bei ihren „Hayek-Tagen 2019“ – diesmal in Wien, der Geburtsstadt von Österreichs einzigem Wirtschaftsnobelpreisträger.

Neben einer Reihe von Vorträgen – etwa über „30 Jahre nach dem Mauerfall wird Freiheit und Verantwortung langsam wieder vorstellbar“ (Barbara Kolm), „Zur Begründung der Freiheit“ (Hayek-Medaillen-Preisträger Professor Roland Vaubel), über eine Diskussionsrunde zur  „Aktualität der Österreichischen Schule – Wirtschaft, Ethik, Politik“, der Präsentation der Sieger des studentischen Essay-Wettbewerbs (Thema: „Ist ein bedingungsloses Grundeinkommen mit einer liberalen Gesellschaftsordnung zu vereinbaren?“) – verlieh die deutsche Hayek-Gesellschaft dem österreichischen Hayek-Institut eine besondere Auszeichnung.

Kein Rückfall in das Europa der Nationalstaaten

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung in den Festsälen der Universität Wiener war sicherlich der Vortrag von Karl Habsburg, Präsident der Paneuropabewegung Österreich, über „Europa, die Freiheit und die Geopolitik“.

Karl Habsburg

Geopolitisches Denken scheint, so konstatierte Habsburg, in einer Zeit, in der gerade die Weltordnung neu aufgestellt wird, in der Union allerdings noch nicht angekommen zu sein. Europa beherbergt derzeit ein „Land, das trotz aller offenen Türen den Ausgang aus der EU nicht findet, mit Staaten, die sich gerne als der Kern der europäischen Einigung darstellen, aber gleichzeitig anderen eindeutig europäischen Ländern den Zugang verweigern wollen.“ Viele betonen gerne das Europäische, fallen jedoch schnell in nationalstaatliche Egoismen zurück. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 „schien es, als hätten die europäischen Politiker eine politisch-strategische Idee, wie sich Europa weiterentwickeln sollte. Die große Erweiterung 2004 war eine Folge dieser Ausrichtung. Heute wird zwar gerne über europäische Visionen geredet, allerdings überwiegt die politische Taktik.“

Der berufsmäßige, passionierte EU-Optimist und konservative Österreicher Habsburg (Eigendefinition) betonte unter anderem, dass ein Rückbau der EU auf eine rein staatliche Zusammenarbeit oder gar ein Rückfall in das Europa der Nationalstaaten speziell in Hinblick auf die heutigen geopolitischen Herausforderungen keine vernünftigen Alternativen seien. „Das muss man angesichts der zunehmenden Zahl an Leuten, die achselzuckend sagen, dass es nicht schade wäre, wenn die EU auseinanderfallen würde, einfach festhalten – was diese Ach